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Georg Rönnau

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Tips für Spiele-Autoren

zum erfinden von Spielen

und wie sie Aufgelegt werden können.

Kurzanleitung für Spieleerfinder.

Im Mittelpunkt jedes Spieles steht der Mensch. Als Spieler und als Spieleerfinder. Wenn ein Spiel Begeisterung schafft, ist der Spieleerfinder damit zufrieden.

  • Zuerst kommt die Idee.

    Ein Spieleerfinder entwirft ein neues Spiel, keine Variante eines bekannten Spiels. Wobei es nicht zu vermeiden ist, dass Sie bekannte Elemente von Spielregeln und Spielmaterial verwenden. Ein Spiel besteht nicht nur aus seien einzelnen Teilen, es ist ein eigenständiges Objekt mit einem eigen Leben.

  • Vergleich mit anderen Spielen.

    Es sind schon viele Spiele sind veröffentlicht worden. Da kann es leicht vorkommen, dass man das Rad ein zweites Mal erfunden hat. Daher erkundigt man sich über die bekannten Spiele, vor allem die Spiele, welche zurzeit am Markt sind.
    Wobei man zugleich feststellen kann, welche Trends vorliegen, welche Themen, welche Ausstattung, Spieleranzahl, Spiellänge, usw. hat.

  • Spielen und immer wieder spielen ist jetzt angesagt.

    Gestalten Sie Ihren Prototypen ansprechend, sodass das Spielen Spaß bereitet und kein Ärgernis ist. Die Spielregel muss lesbar und verständlich gehalten sein! Das Wichtigste ist jetzt das Spiel zu testen, so oft es geht und immer wieder mit anderen Spielern. Der Spieleautor sollte nicht mitspielen und die Regeln selbst erklären. Nur so können die Spieler unbeeinflusst das Spiel bewerten. Diese Bewertung sollte der Spieleautor als Verbesserungsvorschlag nutzen.

  • Bekanntgabe des neuen Spieles.

    Nach der Testphase ist die Teilnahme an einem Spieleautorentreffen und/oder die Veröffentlichungen in der Zeitschrift Spiel & Autor möglich. Bei den Treffen kann man feststellten, wie das Spiel ankommt und was andere machen. Ebenso sollten Sie an Spieleautorenwettbewerben teilnehmen, die es in verschiedenen Ländern gibt.

  • Kontaktaufnahme mit Verlagen.

    Die einfachste Kontaktaufnahme ist bei einem Spieleautorentreffen. Dort kommen Vertreter von verschiedenen Verlagen hin. Erstellen Sie immer mehrere Prototypen, damit Sie bei Interesse Ihre Spiele herzeigen können. Geben Sie nicht mehreren Verlag gleichzeitig ein Spiel zur Prüfung.

  • Das bekannteste Spieleautorentreffen ist in Göttingen.

    Adresse:

    STADT GÖTTINGEN

    Fachdienst Kultur

    D-37070 Göttingen

  • Einsendung.

    Bevor Sie ein Spiel anbieten, überprüfen Sie zuerst, ob das Spiel zum Verlag passt. Hat der Verlag schon Spiele in dieser Machart, oder schon ein ähnliches Spiel. Zu ähnliche Spiele oder Spiele, die nicht zum Verlagsprogramm passen, werden nicht angenommen. Wenn Sie dann das Spiel schicken wollen, versenden sie zuerst einmal nur die Spielregel und wenn möglich nur ein Bild vom Spiel. Viele Verlage haben ein eigenes Verfahren, fragen sie deshalb nach.

  • Eigenverlag starten.

    Haben Sie keinen Verlag gefunden, möchten sie Ihr Spiel lieber selber vermarkten, oder Ihr Spiel unbedingt auf den Markt bringen, können Sie einen Eigenverlag (Kleinverlag) starten. Aber beachten Sie, dass der Markt für Autorenspiele sehr klein ist und der Vertrieb schwierig ist. Halten Sie Ihr finanzielles Engagement in Grenzen, damit Sie und Ihrer Familie nicht in not gerät.

Die Gründung eines Eigenverlages!

Vor der Gründung ist das Spiel meistens schon bei verschiedenen Verlagen abgelehnt worden.
Aber der Autor ist von seinem Spiel so überzeugt, das es auf jeden Fall veröffentlichen will. Daher legt er es schließlich selbst auf, dadurch gründet er einen neuen Verlag. Oft hat der Eigenverlag keinen Bestand, da der Verlagszweck nach der ersten Publikation des Spiels entfällt, oder das Spiel beim Publikum nicht so ankommt, wie er es erwartet.

Grundregeln für den Eigenverlag wie für den beginnenden Kleinverlag

1. Der Eigenverlag wird wie eine normale Nebenerwerbsgründung geplant.

2. Dazu wird ein Businessplan erstellt.

3. Realistische Einschätzung der Zielgruppengröße und -erwartung erforschen.

4. Aufmachung und Aufbau des Spieles erstellen.

5. Lagerkapazitäten realistisch berücksichtigen.

6. Wie viel und welche kreative Eigen- und Handarbeit (z. B. beim Zusammenstellen) kann erbracht werden.

7. Die Kosten der Produktion ermitteln.

8. Die Absatzwege werden mindestens durchdacht, besser sogar konkret geplant und vorbereitet.

9. Die Werbung wird geplant und vorbereitet.

10. Die Unternehmensformen abgecheckt und bestimmten.

11. Die Finanzierung und realistische Einschätzung der Laufzeit von Darlehen wird abgecheckt. Überprüfung, ob das Unternehmen wirklich realisiert werden kann.

12. Die Fälle, in denen Einzelne mit ihrer Verlagsneugründung gescheitert sind, schaden nicht nur den Betroffenen sondern bestätigen auch Skeptiker. Wie bei jeder Gründung ist auch hier eine gute Selbsteinschätzung der eigenen Fähigkeiten, Ressourcen und Potenziale für den Erfolg Voraussetzung. Viele Kleinverlage zeigen aber auch das der Weg vom Eigen- über den Kleinverlag bis zum überall bekannten Verlag möglich ist.

Viel Erfolg, Georg Rönnau!